Rückenschmerzen

Unter Rückenschmerzen (landläufig häufig auch als Kreuzschmerzen bezeichnet) versteht man Schmerzzustände, die in unterschiedlichen Bereichen des Rückens auftreten können. Die Ursachen des Rückenschmerzes können sehr vielfältig sein. Mediziner sprechen einerseits von Lumbalgie/Lumbago (Lateinisch "lumbus" = Lende; Synonym: Hexenschuss), wenn die Lenden- bzw. Kreuzbeinregion betroffen ist. Bei einem Schmerz in ein oder in beide Beine spricht man von Ischialgie und bei Kreuzschmerzen in Kombination mit einschiessenden Beschwerden in das Bein von Lumboischialgie. Weiterhin unterscheidet der Mediziner zwischen dem radikulären (Lateinisch "radicula = kleine Wurzel) und dem pseudoradikulären (=scheinbar radikulärer Schmerz) Schmerz. Beim radikulären Schmerz kommt es durch Druck zu einer Reizung von einer oder mehreren Nervenwurzeln, in der Regel durch einen Bandscheibenvorfall. Beim pseudoradikulären Schmerz ist die Arthrose der kleinen Zwischenwirbelgelenke der Wirbelsäule ursächlich für die Rückenschmerzen verantwortlich.

Rückenschmerzen sind weit verbreitet. In Deutschland klagen mehr als 30% aller Menschen in ihrem Leben über Rückenschmerzen, wobei die Zahl stark ansteigend ist. Etwa 70% der Menschen mit Rückenschmerzen haben diese mindestens einmal im Jahr.

Die teilweise von Medizinern geäusserte Ansicht, in 90% aller Patienten gäbe es für den Rückenschmerz keine Ursache, ist falsch. Bei einer exakten Untersuchung des Patienten lassen sich die Rückenschmerzen häufig bereits ohne weiterführende Diagnostik definierten Veränderungen an der Wirbelsäule zuordnen. In Abhängigkeit der Schmerztoleranz des einzelnen können bereits geringgradige Abnutzungserscheinungen zu Rückenschmerzen führen. Häufig führen Rückenprobleme auch zu Begleiterscheinungen wie muskuläre Verspannungen und der Iliosakralgelenksblockade, einer sehr häufigen Form der Muskelverspannung. Zu beachten bleibt, dass Rückenschmerzen auch eine andere Ursache als degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule haben können.

Die meisten degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule bedürfen keiner operativen Therapie. Neben der Vorbeugung spielen bei Patienten mit Rückenschmerzen die stabilisierende Gymnastik und Ausgleichssport sowie ein rückengerechtes Verhalten im Alltag eine wichtige Rolle.

Wie kommt es zu Rückenschmerzen?

Der Organismus versucht, durch kompensatorische Mechanismen dem Verlust an Elastizität und muskulärer Stabilität der Wirbelsäule entgegenzuwirken. Mit zunehmendem Alter kann er das jedoch nicht mehr ausgleichen. So kommt es typischerweise zu klassischen degenerativen Veränderungen. Hierzu zählt in erster Linie durch Verlust der Elastizität der Bandscheibe eine Höhenminderung des Bandscheibenfaches. Weiterhin kommt es zum Knochenanbau (Spondylophyten) an den Wirbelgelenken als Ausdruck der Arthrose sowie zu einer schrittweisen Zerstörung des Gelenkknorpels (Spondylarthrose). Infolgedessen entsteht über die Verminderung der Bandscheibenhöhe und damit des Bandscheibenfaches ein Zusammensintern der Wirbelgelenke (Verlust der Gelenkkongruenz) mit Ausbildung einer "segmentalen Instabilität" der Wirbelsäule und einer Fehlstellung (degenerative Verkrümmung der Wirbelsäule ("degenerative Lumbalskoliose") mit Einengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose). In gleicher Art und Weise verkleinern sich die knöchernen Austrittsstellen der Nervenwurzeln, was wiederum zu ausstrahlenden Schmerzen in die Beine führt (radikuläre Schmerzen). Die lokalen Rückenschmerzen sind vornehmlich durch die Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke und die segmentale Instabilität der betroffenen Wirbelkörper mit einem Wirbelkörpergleiten verursacht.

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